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Kosten, Statiker und Ablauf auf einen Blick
Tragend oder nicht • Kernbohrung, Sägen, Stemmen • Sturz und Abfangung

Kosten, Statiker und Ablauf • Tragend oder nicht
Beton wird nach Volumen gerechnet. Eine Wand von 4 m Länge, 2,5 m Höhe und 20 cm Stärke sind 2 m³. Entscheidend ist daneben das Verfahren — Sägen ist teurer als Brechen, dafür erschütterungsfrei.
Länge mal Höhe mal Stärke der abzubrechenden Teile
An dieser einen Frage hängt alles Weitere: das Verfahren, der Sturz, die Statik, die Genehmigung und ein erheblicher Teil des Preises. Es gibt mehrere Anhaltspunkte, aber nur einen belastbaren Nachweis.
Der erste Anhaltspunkt. Innenwände von 11,5 Zentimetern Stärke sind meist nichttragende Trennwände. Ab 17,5 Zentimetern kann die Wand tragend sein, ab 24 Zentimetern ist es wahrscheinlich. Das ist eine Faustregel und kein Beweis — bei Beton reichen 15 Zentimeter für eine tragende Wand.
Tragende Wände laufen in aller Regel durch alle Geschosse übereinander und stehen auf einem Fundament. Steht an derselben Stelle im Geschoss darunter ebenfalls eine Wand, ist das ein deutliches Zeichen. Nichttragende Trennwände enden dagegen oft mitten im Raum.
Wände, auf denen die Decke aufliegt, tragen. Bei Holzbalkendecken lässt sich die Spannrichtung der Balken häufig am Dielenverlauf oder im Dachraum erkennen; die Balken liegen quer zur tragenden Wand auf.
Ein dumpfer, satter Klang beim Klopfen spricht für massives Mauerwerk oder Beton, ein hohler Klang für eine Ständerwand mit Beplankung. Auch das ist nur ein Hinweis: Eine gemauerte Wand kann trotzdem nichttragend sein.
Der einzige belastbare Weg. Im Grundriss oder in der Statik sind tragende Wände gekennzeichnet. Liegen die Unterlagen nicht vor, lohnt der Weg ins Bauaktenarchiv — für ein Vorhaben in einer tragenden Wand immer.
Im Zweifel gilt die Wand als tragend. Diese Richtung ist die einzig sichere: Wer eine tragende Wand für nichttragend hält, riskiert Risse in Wänden und Decken oder Schlimmeres. Wer umgekehrt zu vorsichtig ist, zahlt einen statischen Nachweis, den er nicht gebraucht hätte.

Immer dann, wenn in eine tragende oder aussteifende Wand eingegriffen wird — unabhängig davon, wie groß die Öffnung ist. Eine kleine Tür in einer tragenden Wand ist statisch kein kleinerer Eingriff als eine große, sie hat nur eine kürzere Spannweite.
Die Tragwerksplanung liefert drei Dinge: die Bemessung des Sturzes, die erforderliche Auflagerlänge auf beiden Seiten und die Beschreibung, wie während der Arbeiten abgefangen wird. Ohne diese drei Angaben lässt sich der Durchbruch nicht sauber ausführen — und ohne sie fangen wir auch nicht an.
Bei jedem Eingriff in tragende oder aussteifende Bauteile, bei Deckendurchbrüchen ausnahmslos, und immer dann, wenn nicht sicher geklärt ist, ob die Wand trägt.
Bei nichttragenden Trennwänden. Hier bleibt nur zu prüfen, ob die Wand Lasten aus dem Ausbau abträgt — etwa eine Reihe schwerer Hängeschränke.
Zu den Kosten nennen wir bewusst keine Pauschale. Sie hängen davon ab, ob ein einzelner Nachweis für den Durchbruch genügt oder das Tragwerk insgesamt zu beurteilen ist, und ob Bestandsunterlagen vorliegen. Die Leistung rechnen Sie direkt mit dem Ingenieurbüro ab; in unseren Preisen ist sie nicht enthalten. Eine Zahl zu nennen, die wir nicht belegen können, hilft Ihnen beim Vergleich nicht.
Drei Verfahren, drei Einsatzbereiche. Die Wahl entscheidet über Staub, Lärm, Erschütterung, Kantenqualität und Preis — und sie hängt am Material und daran, ob im bewohnten Objekt gearbeitet wird.
| Verfahren | Wofür | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Kernbohrung | Runde Öffnungen für Leitungen, Lüftung, Abgasrohre; als Reihenbohrung auch für rechteckige Durchbrüche | Erschütterungsfrei, sehr präzise, wenig Staub durch Wasserkühlung | Bei großen Flächen aufwendig; Bohrwasser muss aufgefangen werden |
| Sägen mit Diamantwerkzeug | Rechteckige Durchbrüche für Türen und Fenster, tragende Wände, Stahlbeton | Saubere, maßgenaue Kanten, erschütterungsfrei und vergleichsweise leise; in Beton bis rund 80 Zentimeter Stärke | Teuerstes Verfahren, ebenfalls Wasserführung nötig |
| Stemmen | Nichttragende Wände, kleinere Öffnungen, Mauerwerk ohne Anforderungen an die Kante | Günstigste Variante, kein Wasser auf der Baustelle | Erschütterung, Lärm, viel Staub; ausgefranste Kanten, die nachgearbeitet werden müssen |
Weich zu bearbeiten, bricht aber leicht aus. Hochlochziegel sind hohl und neigen zum Nachbrechen über der Öffnung. In Detmolder Altbauten das häufigste Material.
Geringster Aufwand, dafür mehr Nacharbeit an den Kanten
Deutlich härter und dichter als Ziegel, oft tragend eingesetzt. Sägen liefert hier saubere Kanten.
Mittlerer Aufwand, Sägen meist die bessere Wahl
Härtestes Material, zusätzlich durch Bewehrungsstahl verstärkt. Stemmen scheidet praktisch aus.
Höchster Aufwand, Sägen oder Kernbohren zwingend
Sehr leicht zu bearbeiten, aber druckempfindlich. Der Sturz braucht ausreichend große Auflagerflächen.
Geringer Aufwand, besondere Sorgfalt beim Auflager


Der Sturz ist das Bauteil über der Öffnung, das die Lasten aus Mauerwerk und Decke aufnimmt und seitlich in die verbleibenden Wandteile ableitet. Ohne ihn hätte die Last über der Öffnung keinen Weg nach unten. Üblich sind Stahlträger, meist als Doppel-T-Profil, oder vorgefertigte Betonstürze.
Neben der Bemessung entscheiden zwei Details: die Auflagerlänge auf beiden Seiten und die satte Untermörtelung. Ein Sturz, der nicht vollflächig aufliegt, arbeitet und reißt an.
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Erst abfangen, dann den Schlitz für den Sturz herstellen, dann den Sturz einbauen und untermörteln — und erst wenn er trägt, die Öffnung darunter ausräumen. Wer zuerst die Öffnung herstellt und den Sturz danach einbauen will, hat den Ablauf umgedreht. Das ist die häufigste Ursache für Risse nach einem Durchbruch.
Gerechnet wird nach Volumen: Länge mal Höhe mal Wandstärke. Eine Türöffnung von 1,0 mal 2,1 Metern in einer 24 Zentimeter starken Wand sind rund ein halber Kubikmeter. Für Beton lassen sich marktübliche Rahmen nennen:
| Verfahren | Wann sinnvoll | Preisrahmen |
|---|---|---|
| Hydraulisch brechen | Wo Lärm und Erschütterung vertretbar sind | 150 – 250 €/m³ |
| Diamantsägen | Tragende Bauteile, bewohntes Umfeld, Beton bis rund 80 cm Stärke | 250 – 400 €/m³ |
Bei Mauerwerk liegt der Aufwand unter dem von Stahlbeton, dafür kommt mehr Nacharbeit an den Laibungen hinzu. Hinzu kommen in jedem Fall Sturz und Abfangung sowie die Entsorgung des Ausbruchs. Enthalten sind bei uns Abbruch, Abtransport und Entsorgung — nicht enthalten ist die statische Freigabe bei tragenden Bauteilen.
Was die Entsorgung je Fraktion kostet, steht auf der Seite zur fachgerechten Entsorgung in Detmold. Geht es um größere Betonbauteile statt um eine einzelne Öffnung, ist der Betonabbruch in Detmold der passende Weg; sollen ganze Räume zurückgebaut werden, der Innenabbruch. Einen Überblick über unsere Leistungen vor Ort gibt die Standortseite Detmold.
Für Detmold gilt die Bauordnung Nordrhein-Westfalen — Angaben aus Niedersachsen oder Berlin lassen sich nicht übertragen. Ein Durchbruch in einer nichttragenden Wand löst in aller Regel kein Verfahren aus. Eingriffe in tragende oder aussteifende Bauteile zählen dagegen regelmäßig nicht zu den verfahrensfreien Vorhaben; ob für Ihr Vorhaben ein Bauantrag erforderlich ist, bleibt eine Einzelfallfrage.
Zuständig ist die Stadt, nicht der Kreis. Detmold ist Große kreisangehörige Stadt und hat mit der Technischen Bauaufsicht eine eigene untere Bauaufsichtsbehörde. Eine Auskunft vor Beginn kostet nichts und erspart im Zweifel viel.
Verfahrensfrei heißt nicht statikfrei. Auch wo kein Bauantrag erforderlich ist, bleibt die Pflicht bestehen, die Standsicherheit zu gewährleisten, und die Verantwortung dafür liegt bei der Bauherrschaft. Ein Durchbruch ohne statischen Nachweis ist deshalb auch dann ein Problem, wenn er kein Verfahren ausgelöst hat.
Tragende Wände gehören in Wohnungseigentumsanlagen regelmäßig zum Gemeinschaftseigentum — auch dann, wenn sie mitten in Ihrer Wohnung stehen. Ein Durchbruch ist damit eine bauliche Veränderung nach § 20 des Wohnungseigentumsgesetzes und setzt einen Gestattungsbeschluss der Eigentümerversammlung voraus. Seit der WEG-Reform 2020 genügt dafür die einfache Mehrheit.
Nach § 20 Absatz 3 WEG besteht darüber hinaus ein Anspruch auf Gestattung, wenn alle Eigentümer einverstanden sind, deren Rechte über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden. Holen Sie den Beschluss vor Beginn ein und lassen Sie ihn protokollieren. Ein nachträglich beantragter Durchbruch kann im Extremfall zurückgebaut werden müssen — und das ist deutlich teurer, als die nächste Versammlung abzuwarten.
Staub und Lärm verhalten sich bei den Verfahren gegenläufig. Kernbohren und Sägen arbeiten mit Wasserkühlung und erzeugen kaum Staub, laufen dafür gleichmäßig und vergleichsweise leise. Gestemmt wird trocken — erheblicher Staub, dazu Lärm und Erschütterungen, die sich im ganzen Haus übertragen. Bei Nassverfahren fällt Bohrschlamm an, der aufgefangen und abgesaugt wird und nicht in die Kanalisation gehört.
Staubschutzwand am Zugang, abgeklebte Türen, Bodenschutz und Absaugung direkt am Werkzeug mit Entstaubern der Staubklasse M oder H. Nach Abschluss folgt die Feinreinigung des Arbeitsbereichs.
Feste Zeitfenster, Ankündigung an die Nachbarschaft und eine erreichbare Ansprechperson. In Mehrfamilienhäusern erspart das erfahrungsgemäß die meisten Konflikte.
Asbestverdacht bei Bauzeit vor 1993. Asbest steckt nicht nur in Platten, sondern wurde auch Fliesenklebern, Putzen sowie Spachtel- und Ausgleichsmassen beigemischt — also genau den Schichten, die ein Durchbruch durchtrennt. Dazu kommt der schwarze Kleber unter alten Bodenbelägen, wenn die Öffnung bis zum Boden reicht. Bei Verdacht nehmen wir zuerst eine Probe, bevor Werkzeug angesetzt wird. Wie eine Sanierung abläuft, steht auf der Seite zur Asbestsanierung in Detmold.
Wandstärke messen, Grundriss und Geschoss darunter prüfen, Bauunterlagen sichten. Ergebnis: tragend, nichttragend oder unklar. Bei unklar wird wie bei tragend verfahren, nicht andersherum.
Bei Bauzeit vor 1993 prüfen wir, ob Fliesenkleber, Putz oder Bodenkleber Asbest enthalten können. Besteht Verdacht, wird zuerst beprobt und nicht gebohrt.
Bei tragenden Wänden bemisst eine Tragwerksplanung den Sturz, legt die Auflagerlängen fest und beschreibt, wie während der Arbeiten abgefangen wird. Ohne diesen Nachweis wird nicht angefangen.
In der Eigentumswohnung ist ein Gestattungsbeschluss der Eigentümergemeinschaft nötig, weil tragende Wände zum Gemeinschaftseigentum gehören. Zur Mietwohnung gehört die Erlaubnis der Eigentümerschaft.
Vor dem ersten Schnitt werden Strom, Wasser und Heizung geortet. Anschließend wird die Decke über Stützen abgefangen, bevor Material entnommen wird. Parallel Staubschutz und Bodenschutz einrichten.
Nach dem festgelegten Verfahren: kernbohren, sägen oder stemmen. Bei tragenden Wänden wird zuerst der Schlitz für den Sturz hergestellt, nicht die Öffnung.
Sturz einsetzen, satt untermörteln, Auflager herstellen. Erst wenn der Sturz trägt, wird die Öffnung darunter vollständig ausgeräumt. Zum Schluss Laibungen herrichten und Bauschutt abfahren.
Wir arbeiten im gesamten Stadtgebiet Detmold und in den umliegenden Gemeinden des Kreises Lippe. In den Altbaubeständen der Innenstadt und der Ortsteile ist die häufigste Aufgabe der Durchbruch zwischen Küche und Wohnraum — und die häufigste Überraschung sind Leitungen, die nicht dort liegen, wo die Norm sie vorsieht.
Wir sehen uns die Wand vor Ort an, messen die Stärke, prüfen Grundriss und Unterlagen und sagen Ihnen, ob ein statischer Nachweis nötig ist. Anschließend erhalten Sie ein Angebot mit einzeln ausgewiesenen Positionen.
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